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Thema: Wie verfasse ich kurze Schreiben?

  1. #1
    Babel-Neuling
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    15

    Wie verfasse ich kurze Schreiben?

    „Weil das Schreiben von kurzen Briefen zu lange dauert, schreibe ich lange.“

    Dieser alte Spruch stimmt, denn das Verfassen kurzer Briefe ist tatsächlich sehr zeitaufwändig.

    Ich bin ein Fan von Texten die kurz und bündig sind, schreibe selbst aber immer wieder lange Romane.

    Es gibt Internetforen, in denen die Länge von Kommentaren limitiert ist. Das ist ein hervorragendes Mittel, denn dadurch wird man gezwungen sich möglichst kurz zu fassen aber dennoch alles Wichtige reinzupacken. Dies ist nicht einfach, dient aber als gute Übungsaufgabe. Im Prinzip könnte ich das bei all meinen Schreiben so handhaben, indem ich hinterher immer versuche, z. B. ein vierseitiges Schreiben auf eine Seite zu reduzieren. Es gibt jedoch Menschen, die von Haus aus kurze und inhaltsreiche Texte schreiben. Gibt es dafür Empfehlungen? Einige, wie z. B. das Vermeiden von Wiederholungen sowie von wortreichen Sätzen sind mir bekannt, aber das ist noch zu wenig. Über Empfehlungen oder entsprechende Links würde ich mich freuen!

    Gruß
    Cay

  2. #2
    Babel-Bewohnerin
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    AW: Wie verfasse ich kurze Schreiben?

    Der wichtigste Punkt ist der Verzicht. Es scheint immer nur so, als würde es Leute geben, die in einen kurzen Text alles Wichtige hineinpacken. Tatsächlich aber denkt sich jeder viel mehr, verzichtet aber auf drei wichtige Punkte um wenigstens mit einem zu landen statt mit allen vier überlesen zu werden.

    Außerdem halte ich die Struktur für wichtig. Es muss schnell klar sein, worum es geht. Ein guter Leitfaden ist das Schulmodell von These - Argument - Beispiel. So kann man selbst kleine Forenkommentare solide aufbauen, denn es verzichtet auf Aussschmückungen. Dass wir eher ausschweifen, kommt wahrscheinlich daher, dass alle Texte, die wir heute noch lesen, entweder fiktionale Texte sind oder journalistische, die größtenteils auch von Anschaulichkeit leben und Anschaulichkeit braucht Platz.

    Schließlich aber liegt eigentlich gar nicht in der Kürze die Würze, sondern in der Einfachheit. In Schule und Uni bekommt man immer das KISS-Prinzip vor die Nase gehalten. Keep it short and simple. Das Wichtige daran ist aber nicht die Kürze, denn die ist relativ. Es kommt darauf an, nur das darzustellen, was man einfach und treffend ausdrücken kann. Dass das dann kurz wird, ist der Nebeneffekt.
    "Playing things too safe is the most popular way to fail"
    Elliott Smith

  3. #3
    Babel-Neuling
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    15

    AW: Wie verfasse ich kurze Schreiben?

    Hallo Janne,
    vielen Dank für deine freundliche und hilfreiche Antwort.

    Zum KISS-Prinzip
    Die Einführung dieses Prinzips war sehr klug und ein wahrer Segen. Wenn ich, 48er Jahrgang, dran denke, wie man noch in den 50er und 60er Jahren Schreiben verfasste, insbesondere wissenschaftlicher Art, dann stellen sich bei mir die Nackenhaare hoch. Die Texte waren so etwas von geschraubt, umständlich, gekünstelt und geschwollen!

    Früher wurde aber nicht nur in dieser Art geschrieben. Viele Leute, z. B. Lehrer, Dozenten und Wissenschaftler etc. bedienten sich auch im Alltag dieser Sprache. Denn wer sich damals derart ausdrückte, galt als gebildet. Ich habe heute noch viele Redewendungen eines „gespreizten“ Dozenten - im Stehkragenhemd - im Ohr: „Um das beurteilen zu können“ … (so fingen bei ihm viele Sätze an); …“das entzieht sich meiner Urteilsfähigkeit“ …; …“das dürfte mit an Wahrscheinlichkeit grenzender Sicherheit unzutreffend sein“ … usw. Durch solche Redensarten entstanden ziemliche Satz-Ungetüme und ellenlange schwer zu lesende Texte. Zum Glück hat sich das später radikal geändert, auch durch die 68er Bewegung.

    Die Generationen bis zu den 60er Jahren mussten von dieser veralteten Sprache erst auf die moderne Sprache umlernen, während es die späteren Generationen da viel einfacher hatten.

    Die heute einfache und treffende Schreibweise, wie man sie häufig in Foren junger Leute sieht, finde ich auch gut. Beispiel: "Die LehrerINNEN"... finde ich besser als "Die Lehrer bzw. Lehrerinnen" ...


    Herzlichen Gruß
    Cay

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